Die häufigsten Irrtümer rund ums Heizen und wie Sie es richtig machen

Rund ums Heizen kursieren viele falsche Vorstellungen. Beispielsweise dass man den Thermostat voll aufdrehen sollte, um einen kalten Raum möglichst schnell aufzuheizen. Wir geben Ihnen wichtige Tipps, auf was Sie wirklich achten sollten.

Thermostat nicht voll aufdrehen!

Es gibt Momente, in denen es sinnvoll ist, den Thermostat voll aufzudrehen. Die Situation, wenn Sie frierend nach Hause kommen und schnell die Räume erwärmen wollen, gehört nicht dazu. Mit dem Thermostat regeln Sie lediglich die Endtemperatur, die der Raum erreichen soll, nicht wie rasch das geht. Wenn Sie den Thermostat auf fünf stellen, warten Sie genau so lange, bis der Raum warm ist, wie mit der Stufe drei und heizen unter Umständen länger, wenn Sie nicht frühzeitig zurückdrehen. Die Folgend: unnötig hohe Heizkosten.

Wenn Sie sich rund 20 Grad Raumtemperatur wünschen, sollten Sie  an mechanischen Thermostaten die Stufe drei wählen. Die Stufe vier ergibt rund 24 Grad. Wenn Sie elektronische und vernetzte Thermostate haben, können Sie mit deren digitaler Anzeige die Raumtemperaturen direkter regulieren und kontrollieren.

Zu viel Wärme nicht in Nebenraum leiten!

Eigentlich naheliegend: Ist es in einem Zimmer zu warm, machen Sie schnell die Tür zum kalten Nebenzimmer um die überschüssige Hitze abzugeben. Allerdings ist das mit Blick auf die Luftfeuchtigkeit eine schlechte Idee., denn warme Luft transportiert mehr Feuchtigkeit als Kühle. Trifft sie im Nebenzimmer auf kalte Wände, kondensiert sie. Der Putz oder die Tapete wird durchfeuchtet, was zur Schimmelbildung führen kann. Die Rühle&Wenger Empfehlung: Türen geschlossen halten, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume entweicht.

Gerade auch bei Frost lüften!

An warmen Tagen ist Lüften selbstverständlich, während der Heizperiode ist man dagegen versucht, die warme Luft im Raum zu halten. Dabei kann das unangenehmen Spätfolgen verbunden sein, denn die vorhandene Luftfeuchtigkeit ist eine Grundlage für Schimmelbildung.

Während der Heizperiode sollte die relative Luftfeuchte maximal 65 Prozent  betragen bei Raumtemperaturen von 20 bis 22 Grad. Kontrollieren können Sie das mit einem kleinen Gerät, dem Hygrometer.

Steigt die Luftfeuchtigkeit über 65 Prozent, sollten Sie nach Möglichkeit Fenster auf den gegenüberliegenden Seiten öffnen und für einige Minuten den Raum durchlüften. Orientierungswerte sind:

  • bei Minustemperaturen eine Lüftungsdauer von fünf Minuten
  • bei null bis plus zehn Grad sollen es zehn Minuten
  • bei über zehn Grad 15 Minuten je Lüftungsvorgang sein

Die Heizung nicht ganz herunterfahren

Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart Heizenergie. Aber wie in so vielen Dingen ist zu viel kontraproduktiv. Denn wird an kalten Tagen die Heizung abgestellt, können Wasserleitungen und Heizungsrohre einfrieren und platzen. Auch das Schimmelrisiko steigt. Daher empfehlen wir die Raumtemperatur nicht unter 15 Grad absinken zu lassen. Wer länger in den Urlaub fährt, kann etwas tiefer gehen. Ganz ausstellen sollte man die Heizung in kalten Zeiten aber nie. 

Der Rühle&Wenger-Rat: Nachts oder tagsüber, wenn man mal nicht da ist, sind 18 Grad eine gute Übergangstemperatur - also Thermostat-Stufe 2.

Winterurlaub: Heizen wärmstens empfohlen

Bei einem längeren Urlaub sollte jemand regelmäßig das Haus auf mögliche Schäden kontrollieren. Normal gedämmte Gebäude sollten bei leichtem Frost zwischen minus zwei und minus fünf alle drei Tage, bei tieferen Minusgraden häufiger aufgesucht und frei liegende Leitungen kontrolliert werden.

10 Rühle & Wenger Expertentipps für Eigentümer rund um Heizung und Heizen

Derzeit vergeht kaum ein Tag ohne Schreckensszenarien zu steigenden Energiekosten in Presse und Medien. Dazu kommt, dass mit Klimaerwärmung und den eingeleiteten Maßnahmen zum Klimaschutz kaum davon auszugehen ist, dass diese Preiserhöhungen wieder zurückgehen. Entsprechend wichtig ist es, kurz- mittel und langfristig Ihre Heizung auf diese Rahmenbedingungen einzustellen. Wir von Rühle & Wenger geben Ihnen wertvolle und vor allem leicht umsetzbare Tipps, die bares Geld sparen und geben einen Ausblick auf mögliche und sinnvolle Modernisierungen. Sprechen Sie uns gerne zu Ihren Ideen und Rahmenbedingungen an - wir entwickeln mit Ihnen die für Sie perfekte Lösung.

  1. Entlüften Sie Ihre Heizkörper
    Entlüften Sie Ihre Heizkörper wenn sie ungleich warm werden oder Luftgeräusche auftreten. Dazu öffnen Sie einfach mit dem entsprechenden Schlüssel die Entlüftungsschraube am Heizkörper und lassen so lange Luft entweichen, bis Heizwasser austritt. Dazu drehen Sie im Vorfeld alle Heizkörper für 5 Minuten voll auf. Bei mehrgeschossigen Einheiten beginnen Sie mit dem Entlüften in der unteren Ebene und arbeiten sich etagenweise nach oben.

  2. Regelmäßiger Check/Wartung
    Lassen Sie Ihre Heizung regelmäßig vom Fachmann prüfen und warten. Bereits wenige m Russablagerung, ein schlecht eingestellter Brenner verbrauchen bis zu 5% mehr Energie. Da ist im Vergleich die Wartung günstiger und bringt in der Regeln noch weitere Verbesserungen.

  3. Heizung richtig einstellen - hydraulischer Abgleich
    Nur weil die Heizung warm wird, heizt sie noch lange nicht effizient. Etwa 85 Prozent aller Heizungsanlagen sind nicht optimal eingestellt. Die teure Folge sind unnötig hoher Energieverbrauch und entsprechend hohe Heizkosten oder ungleichmäßige warme Räume. Eine Heizungsoptimierung über einen hydraulischen Abgleich ist eine ideale Lösung um alles maßgeschneidert abzustimmen. Dabei werden die Komponenten der Anlage - vom Kessel über die Pumpe bis zu den Thermostat Ventilen - auf den Gebäudebedarf und Ihre Lebensgewohnheiten abgestimmt. Ein Fachmann reguliert in Abstimmung mit Ihnen die Menge an Heizwasser so, dass zu jedem Heizkörper exakt die dort erforderliche Wärme transportiert wird. Das spart viel Energie und Kosten und schont die Umwelt.  Der Wärme Check zeigt auf www.meine-heizung.de, wie schnell sich ein hydraulischer Abgleich lohnt.

  4. EnergieCheck
    Lassen Sie einen EnergieCheck für Ihre bestehende Heizung machen. Die Gegenüberstellung mit einem neuen System zeigt ihnen welches Sparpotential (Investition abzgl. Ersparnis) für Sie möglich ist.

  5. Fugen an Fenstern und Türen prüfen.
    Dichte Fugen an Fenstern und Türen sind unerlässlich für einen sparsamen Heizbetrieb. Es lohnt sich vor Beginn der Heizsaison die Dichtungen An Fenstern und Türen zu prüfen und bei Bedarf zu erneuern.

  6. Heizungspumpe erneuern
    Die Heizungspumpe ist das Herz der Heizung. Sie lässt das warme Wasser zwischen Heizkessel und Heizkörpern zirkulieren, um die Räume zu wärmen. In vielen Heizungskellern erledigen dies  Pumpen mit überholter Technik. Im Gegensatz zu neuen Geräten pumpen sie fast ununterbrochen und verbrauchen entsprechend viel Strom. ungeregelte Pumpen sollten ausgetauscht werden, da sie unabhängig vom Wärmebedarf des Hauses immer mit voller Leistung arbeiten. Man erkennt sie daran, dass nur eine Leistungsangabe abgedruckt ist. Moderne Hocheffizienzpumpen im Vergleich benötigen etwa 70 Prozent weniger Energie als die alten Modelle. Die Hocheffizienzpumpe erkennt, im Vergleich zu gewöhnlichen Heizungspumpen, automatisch die Veränderungen des Wasserdrucks in der Leitung und reagiert darauf, indem sie die Druckverhältnisse anpasst. So erbringen sie die gleiche Leistung mit bis zu 70 % weniger Stromverbrauch.So sparen Sie -mit einer vergleichsweise kleinen Investition-  jährlich viel Stromkosten. Mit dem Pumpen Check auf www.meine-heizung.de finden Hauseigentümer heraus, wie schnell sich der Tausch rechnet.

  7. Kesseltausch prüfen
    Heizkessel die älter als 15 Jahre sind,  erfüllen die heutigen Anforderungen an Energiesparnis und Ressourcenschonung bei weitem nicht mehr. Da lohnt sich die Vergleichsrechnung zu einem Tausch in einen Brennwertkessel. Oft ist die Investition bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Alternativ heißt es Winter für Winter bares Geld zu „verheizen“. Übrigens winken in vielen Fällen attraktive Förderungen.

  8. Sorgen Sie für eine gute Gebäude- und Rohrleitungsdämmung
    Vielen Hauseigentümern ist nicht bewusst, wie viel Energie bereits auf dem Weg vom Keller zum Heizkörper verpufft, wenn die Heizungsrohre nicht isoliert sind. Fast 15 Euro Heizkosten lassen sich pro Jahr und Rohrmeter bei fachgerechter Dämmung sparen. Demgegenüber stehen geringe Ausgaben von einem bis vier Euro pro Meter für Dämmmaterial.

  9. Prüfen Sie, welche attraktiven Fördermöglichkeiten für Sie möglich sind
    Für die Modernisierung oder Erneuerung veralteter Heizungen gibt es viele attraktive Förderungen - von der Energieberatung bis hin zu Förderung der Investitionskosten. Die Höhe der Förderung ist in der Regel ein prozentualer Anteil an der Gesamtsumme - abhängig von der bestehenden Ausgangssituation und dem regenerativen Anteil. Möglich sind Förderungen bis zu 45% sind möglich. Sprechen sie uns an welche Förderungen für sie möglich sind.

  10. Modernisieren Sie rechtzeitig veraltete Anlagen
    Die Heizungsexperten von Rühle & Wenger empfehlen frühzeitig an die Modernisierung zu denken. Zum einen winken derzeit attraktive Förderungen, zum anderen sind mit Modernisierungen immer Energieeinsparungen und damit Kostenersparnis und Umweltentlastung verbunden. Z.B. wird ein alter Heizkessel das ganze Jahr mit konstant hoher Temperatur betrieben. Damit sind hohe Oberflächenverluste verbunden und ein Nutzungsgrad von gerader mal 68% verbunden. Anders gesagt verschwinden so 30% Energie durch den Schornstein. Moderne Brennwertkessel haben einen wesentlich höheren Wirkungsgrad und damit ein um 30% bessere Effizienz. Am besten Termin vereinbaren und mit unseren Experten die Sparpotentiale und Fördermöglichkeiten prüfen.

Tipps für Heizkosten sparen auf einen Blick

  • Installieren Sie eine witterungsgesteuerte Heizungsanlage mit automatischer Temperaturabsenkung.
  • Wählen Sie für jeden Raum die richtige (nicht zu warme) Raumtemperatur.
  • Achten Sie auf regelmäßige Wartung.
  • Schließen Sie nachts die Vorhänge und Jalousien.
  • Lüften Sie nur in kurzen Stoßlüftungen.
  • Pflegen Sie Ihre Heizkörper: Entlüften Sie regelmäßig und verstellen Sie selten die Einstellung.